Unberührte Natur, romantische Bahnhöfe und imposante Brücken
Disentis/Mustér als Umsteigeort zwischen zwei markanten Bahnstrecken
Nicht nur durch Strassen ist Disentis/Mustér erschlossen, auch dank zwei Eisenbahnlinien ist die Region mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.
Die ersten Planungen und Ideen für die Strecke von Reichenau/Tamins nach Disentis/Mustér gehen bis ins Jahr 1890 zurück. Damals ersuchte Ingenieur Marchion um eine Konzession für den Bau und Betrieb einer Eisenbahn in die Surselva, erhielt diese 1894 und verkaufte sie 1897 an die Rhätische Bahn. Am 11. Juli 1898 wurde der Bau der Eisenbahnlinie entlang dem Vorderrhein bis Ilanz durch den Verwaltungsrat der RhB beschlossen, mit bereits damals geplanter Option einer Verlängerung nach Disentis/Mustér. Im Herbst 1900 begannen die Bauarbeiten und am 1. Juni 1903 konnte die Strecke bis nach Ilanz feierlich eröffnet werden. Es sollte weitere neun Jahre dauern, bis auch die Verlängerung bis nach Disentis/Mustér am 1. August 1912 eröffnet wurde.
Die unberührte Natur der Rheinschlucht, die kleinen Bahnhöfe entlang der Route und imposante Brücken wie die Russeinbrücke zwischen Sumvitg-Cumpadials und Disentis/Mustér machen die Fahrt auf dieser Strecke zu einem Highlight.
Auf der anderen Seite ist Disentis/Mustér durch die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit Andermatt verbunden. Die wunderschöne Strecke über den Oberalppass wird aufgrund der hohen Steigung von bis zu 11% mit einer Zahnradbahn überwunden. Da der Pass für den Strassenverkehr im Winter geschlossen ist, bleibt die Bahn die einzige Verbindung in den Kanton Uri. Ab 1911 wurde die Strecke von der Furka-Oberalp-Bahn gebaut, welche kriegsbedingt den Betrieb erst 1926 aufnehmen konnte. Die Strecke wurde 1942 elektrifiziert und verkehrt seither ganzjährig, seit 2003 von der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Die Bahn überquert den Pass in einem knapp 900 Meter langen Tunnel und mehreren Galerien. Damit ist sie neben der Berninabahn die einzige Bahnstrecke der Schweiz, die auf einer solchen Höhe ohne längeren Tunnel auskommt.
Als touristische Attraktion werden beide Strecken durch den gemeinsamen Glacier-Express in einem Stück von St. Moritz bis nach Zermatt befahren.
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